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Immer mehr Jugendliche konsumieren Alkohol in so großen Mengen, das sie mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Die Tendenz der "Alkoholkinder" steigt jedes Jahr.
Jetzt hat der CDU-Gesundheitsexperte Spahn in Berlin vorgeschlagen, das die Eltern sich künftig an den Kosten beteiligen sollen. Denn die Eltern würden ihrer Aufsichtspflicht nicht nachkommen, wenn ihre Kinder sich ins Koma saufen - so seine Begründung.
Die Forderung ist umstritten. Denn die Krankenkassen müssen für die Gesundheitsleistungen aufkommen, ohne dabei die Ursache zu berücksichtigen. Wenn also Eltern für die Behandlungskosten ihrer Kinder aufkommen müssen, dann müssen beispielsweise Raucher ebenfalls selbst für ihre Folgeerkrankungen aufkommen. Gleiches gilt für Extremsportler oder bei Menschen mit gefährlichen Berufen.
Auch das Argument des CDU-Manns, die Eltern würden ihrer Aufsichtspflicht nicht nachkommen "humpelt". Kinder und Jugendliche lassen sich nicht rund um die Uhr "bewachen". Außerdem haben die Kinder und Jugendlichen auch selbst die Pflicht, solche Taten zu unterlassen. Je nach Entwicklungsstand des Kindes, trägt es eine gewisse "Mitschuld".
Die eigentlichen Probleme liegen auch woanders. Kinder und Jugendliche sehen heute keine Zukunftsperspektiven mehr. Ausbildungsplätze sind rar, und der Druck in der Schule steigt kontinuirlich an. Kinder und Jugendliche haben heute einen Stundenplan, der einem Konzernmanager ähnlich ist. Das der Stress und die zukunftsängste sich ein Ventil suchen ist völlig klar. Und die Flucht in den Alkohl findet man überall in allen Gesellschaftsschichten.
Spielende Kinder werden auch immer seltener. Ein Grund dafür ist es, das sie überall verjagt werden. Deutschland ist heute so kinderfeindlich wie noch nie. Und Kinder, welche stetig auf Ablehnung stoßen, suchen sich ihren Halt woanders.
Wer eine gesunde Gesellschaft mit gesunden Kindern einfordert, der muss erstmal die Grundlagen dafür schaffen. Und die Grundlage ist im Verlauf der letzten zwanzig Jahre dem Profit bereitwillig geopfert worden. Und deshalb werden Verbote und Strafen das Alkoholproblem unserer Kinder nicht lösen.
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