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 05.03.2011 Alkoholismus ist unter Kindern beliebt

Gewöhnlich machen sich Eltern keine Gedanken darum, wenn ihre Kinder sehen wie der Papa sein Feierabendbierchen trinkt, oder die Mama einen Weißwein öffnet. Und wenn Eltern ihre Kinder verantwortungsvoll behandeln und gut erzogen haben, dann ist das auch kein Problem, wenn Eltern vor ihren Kindern alkoholische Getränke konsumieren.

Fakt ist jedoch, das immer mehr Eltern ihre Kinder nicht mehr erziehen können. Jedenfalls dann nicht, wenn es um das Thema Alkohol geht. Waren es vor allem Kinder und Jugendliche über 12 Jahren die regelmäßig und häufig betrunken waren, so sank die Altersgrenze der alkoholkranken Kinder auf unter zehn Jahren!

Vor allem an den Wochenenden sind die Kinderstationen der Krankenhäuser gefüllt mit Kindern und Jugendlichen, die sich bis zur völligen Erschöpfung besaufen. Kampftrinken und Komasaufen unter Grundschülern hält immer mehr Einzug.

Immer öfter werden auch gut erzogene Kinder in die Negativspirale des Alkohols gezogen. Denn durch Freunde und Gruppenzwang findet der Suchtstoff am Ende jeden. Und getrunken wird überall. Nicht nur an Bahnhöfen, wo man es erwarten würde. Nein, es wird auch an vermeintlich kindersicheren Orten hemmungslos gesoffen. Dazu gehören Schulen, Jugendtreffs und Spielplätze ebenso wie die offene Straße oder die Parkbank.

Die stetig steigende Zahl der Fälle und die sinkende Altersgrenze schreit nach einem genauen Hinsehen der Eltern. Doch sie können nur Einfluss auf ihre eigenen Kinder nehmen. Nachbarskinder, Spielplätze und andere Orte können von den Eltern nicht dauerhaft und durchgängig überwacht werden. Trotzdem können Eltern zur verantwortung gezogen werden, wenn ihre Kinder im Park Rauchen und Saufen. Spätestens bei einem Krankenhausaufenthalt müssen die Eltern unangenehme Fragen beantworten. In immer mehr Fällen wird inzwischen das Jugendamt vom Krankenhaus informiert. Vor allem bei Wiederholungsgästen der Kinderstationen werden Kinderärzte selbst aktiv.

Eltern können aber vorbeugende Maßnahmen treffen, um ihre Kinder zu beschützen:

  • Ihr Kind kann Freunde zu sich nach hause einladen
  • Lernen sie andere Eltern kennen, zu denen ihr Kind durch seine Freunde häufiger Kontakt hat
  • Verbannen sie den Alkohol aus ihrem Zuhause
  • Ihr Kind muss sich abmelden und sagen wohin es geht, wenn es das haus verlässt
  • Ihr Kind muss sich einmal pro Stunde telefonisch melden, wenn es mit anderen unterwegs ist

Buchtip: Wenn Jugendliche trinken: Auswege aus Flatrate-Trinken und Koma-Saufen: Jugendliche, Experten und Eltern berichten

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