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Mindestlohn in Deutschland
Warum Mindestlohn?
Seit ich arbeiten gehe (als Elektroniker) war ich Zeitarbeiter. Auch als ich im März einen neuen Job angefangen habe ..... Zeitarbeiter. Das schärfste Angebot bekam ich Anfang Dezember letzten Jahres: 5,80€ Brutto - ohne weitere Zuschläge (Ausgenommen die gesetzlich vorgeschriebenen). Ich fragte damals ob das sein Ernst wäre. Worauf er (der "Personaldisponent") antwortete, das wenn es nicht reiche, solle ich zum Sozialamt gehen und mir meine Aufstockung abholen. Das Recht dazu hätte ich.
Es kann nicht sein, das Firmen ihre Mitarbeiter durch den Staat "bezahlen" lassen.
Die Zeitarbeitsbrache ist eine parasitäre Unternehmensform. Sie zeigt deutliche Ähnlichkeiten mit der Tätigkeit von Zuhältern.
Das nächste Problem der derzeitigen Dumping-Löhne besteht darin, das dem Arbeitnehmer vorgeworfen wird, er würde "schwarz" arbeiten gehen. Denn von einem solch geringen Einkommen könne man nicht leben. Die Behörden haben in dem Punkt "man kann davon nicht leben" absolut recht. Das mit der Schwarzarbeit stimmt für gewöhnlich nicht. Und wenn es doch zutrifft, dann ist das die Folge der Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik. Der "kleine Bürger" versucht nur über die Runden zu kommen. Diesen Fall habe ich übrigens selbst erlebt.......
Mindestlöhne würden außerdem die Kaufkraft der breiten Masse deutlich erhöhen. Dies wiederrum würde langfristig dazu führen, das die Wirtschaft innerhalb Deutschlands auf die Beine kommt. Die Abhängigkeit vom Welt- und Binnenmarkt wäre mit Sicherheit deutlich geringer und dadurch kalkulierbarer vor allem in Hinsicht auf mögliche Risiken.
Der Mindestlohn würde viele Menschen aus "Hartz 4" befreien. Stichwort ist hier "Aufstockung" (s.o.). Denn Arbeitnehmer, welche zu wenig verdienen (trotz Vollzeitjob) haben Anspruch auf Aufstockung durch die ARGE (ehemals genannt: Sozialamt). Fällt der Anspruch durch den Mindestlohn weg, werden die Sozialkassen entlastet - und das erheblich.
Ferner steigen die Steuereinnahmen und die Einnahmen der Sozialkassen durch höhere Löhne. Und daraus ergibt sich letztlich die Unabhängigkeit des Arbeitnehmers vom Sozialamt. Die politisch geforderte Eigenverantwortlichkeit ist wieder möglich.
Das "Contra Mindestlohn" ist jetzt etwas kürzer:
Arbeitnehmer, welche mehr als den Mindestlohn bekommen, laufen den Lohnkürzungen rasant entgegen.
Beitrag von : Christian Tietgen / 18.04.2008
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