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Krisensituationen in der Familie
Kinder werden mit einer "Auszeit" bestraft
In der modernen Pädagogik ist ein mehr oder weniger neues Erziehungsmittel aufgetaucht, das es wirklich in sich hat. Es geht dabei um die "Auszeit".
Bei der Auszeit trennt sich die Bezugsperson (z.B. Eltern, Pädagogen) vom Kind für eine überschaubare Zeit, damit beide die Gelegenheit haben, sich wieder zu beruhigen. Das letzte Ziel dieser pädagogischen Maßnahme soll sein, das weder Eltern noch Kinder aus Wut und Frust heraus handeln, bzw. sprechen. Damit soll also eine Krise deutlich entspannt werden.
In Elterntrainings wird dieses Werkzeug an Eltern als ein moderner und pädagogischer Ausweg aus "wütenden und angespannten Situationen" vermittelt. Die meisten Eltern hinterfragen die Inhalte von solchen Elterntrainings in aller Regel nicht. Sie hören auf den Experten und nicht auf ihre eigenen Gefühle. Denn viele Eltern haben ein sehr schlechtes Gefühl bei der Anwendung der "Auszeit".
Und das schlechte Gefühl betrügt die Eltern nicht. Denn für das Kind bedeutet die "Auszeit" der Empfang von einer Strafe. Kinder fühlen sich bei der Auszeit herabgesetzt, ungeliebt und gedemütigt.
Die scheinbare Ruhe nach außen entfacht beim Kind einen inneren, emotionalen Wirbelsturm mit unkalkulierbaren Folgen für die Zukunft. Das Werkzeug zur Beruhigung ist ein Werkzeug zu einem emotionalen Chaos und sorgt auch noch dafür, dass die Kinder einen völlig falschen Eindruck darüber erhalten, wie ihre Eltern wirklich zu ihnen stehen.
Kinder, welche ihre Gefühle noch nicht allein in den Griff bekommen, und sich noch nicht alleine beruhigen können – also eine Bezugsperson brauchen - , sind mit der Methode der Auszeit schlicht überfordert. Durch die erlebte Ablehnung durch die Eltern werden die Kinder von Angst beherrscht. Und Angst ist keine empfehlenswerte Erziehungsmethode!
Wenn Eltern oder Pädagogen die Methode der Auszeit anwenden wollen, dürfen sie dies auf keinen Fall so gedankenlos machen, wie es oft in den Lehrbüchern der Pädagogen steht, bzw. in zahlreichen Elternratgebern zu finden ist. Das gilt natürlich auch bei Elterntrainings und ähnlichen Elternseminaren.
Im Vordergrund des pädagogischen Handelns sollten die Gefühle von Eltern und Kindern gleichermaßen berücksichtigt werden. Und dies unbedingt unter dem Gesichtspunkt, dass Kinder anders denken und fühlen als Erwachsene.
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