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ADHS - Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom
Indigokinder: Was steckt dahinter?
Begriffsklärung Indigo: Was heißt eigentlich "Indigo"? "Indigo" ist in einem online Wörterbuch wie folgt erklärt: Indigo = blauer Farbstoff (Quelle: http://wortschatz.uni-leipzig.de) In einem Lexikon aus dem Haus "Druck-Kunst AG Zürich" wird der Begriff wie folgt erklärt: Indigo, blauer Küpenfarbstoff von großer Lichtechtheit, Früher aus der Pflanze Indigofera gewonnen. Heute chem.-synth. hergestellt.
Indigokinder sind die "Kinder der neuen Zeit". Andere bezeichnen sie auch gern als "Kinder des Lichtes". Wieder andere nennen sie liebevoll "Kristallkinder". Es handelt sich dabei allerdings eher um eine (nicht neue) Betrugsmasche aus der Esoterikecke. Vor allem besorgte und verzweifelte Eltern von ADHS-Kindern halten sich an so etwas fest und sind aufgrund ihrer familiären Situation für so etwas besonders offen und anfällig.
Ein "Indigokind" wird man bereits durch einen Selbsttest, der auf vielen Seiten online abrufbar ist. Hier kann praktisch jeder zu einem "Indigokind" werden. Das Frage-Antwort-Spiel läßt sich nämlich bei jedem so auslegen, das er ein Indigokind ist.
Interessant ist auch, das auf der einen Seite "die Kinder der neuen Zeit" nicht krank sind, und auf der anderen Seite aber therapiert werden sollten. Und dies mit sehr fragwürdigen Methoden, welche nicht wissenschaftlich belegt wurden und wohl auch nie werden.
Auf vielen "Indigo "-Seiten wird das Thema Heilung angesprochen. Heilaussagen werden gemacht, ohne jeglicher wissenschaftlicher Grundlage. Die Schulmedizin wird weitestgehent abgelehnt, mit der Begründung das ein Arzt den eigenen Körper nicht so gut kennen kann, wie der Besitzer des Körpers selbst. Die "Indigotherapeut" weiß natürlich alles viel besser. Wer Heilung erfahren will, der muss daran glauben .... und wer nicht gesund wird, der hat nicht fest genug geglaubt.
Es wird von "Urwissen" gesprochen, welches angewandt wird. So dienen beispielsweise Edelsteine zur Heilung. Edelsteine sollen den Schwingungen des Menschen am ähnlichsten sein. Die Schwingungen des Menschen sollen wieder in Urstellung zurückversetzt werden, da diese durch eine Krankheit aus dem Gleichgewicht gekommen sein sollen. Diese "Therapie" wird von "Indigo-Therapeuten" als "ganzheitliche Therapieform" bezeichnet, welche beliebig mit anderen Naturheilverfahren kombiniert werden könne. Solche und andere "Therapien" werden zahlreich auf vielen Seiten angesprochen bzw. angeboten.
Der Preis ist sehr hoch um ein "Indigokind" zu werden. So wird zunächst einmal (oft auch spirituelles) Vertrauen - blindes Vertrauen - erwartet. Heilverfahren, die mehr als fragwürdig sind, sollen in Betracht gezogen und sich "angedeihen" lassen werden. Wer die zahlreichen Methoden der "Indigotherapeuten" mit gesundem Menschenverstand betrachtet, dem wird immer wieder ein mehr oder weniger mitleidiges Schmunzeln entrissen.
Eine sinnvolle Behandlung des ADHS (bei echten Ärzten) wird deshalb von Eltern oder erwachsenen ADHS-Patienten häufig nicht angenommen oder abgebrochen, weil die moderne Medizin allgemein verteufelt wird. Die "Wunderheiler" aus der Esoterik- und Heilpraktikerecke schüren dieses "Feuer" natürlich erheblich. Vor allem die anhaltende Welle der "natürlichen heilung" in Deutschland spült immer mehr Menschen in die Praxen der Wunderheiler und Schamanen. Natürlichkeit ist "In".
Erst wenn der Patient keine Erfolge der "spirituellen Heilung" sieht, ist er nach monatelanger "spirituellen Behandlung" offen für die Realität und begibt sich - oder sein Kind - in die Hände von Schulmedizinern. Der Preis, der von den Esoterikern verlangt wird erreicht somit Größen, welcher mit finanziellen Mitteln nicht aufgewogen werden kann. Denn der Abstecher in die esoterische Medizin kostet nicht nur Geld, sondern auch wertvolle Zeit. Oftmals viele Monate bishin zu Jahren.
Trotz aller Kritik ist für viele Eltern - und selbstbetroffenen Erwachsenen "ADHSlern" - die sichtweise von ADHS sehr wichtig. Die Frage nach dem "Wie sehe ich das bei mir" oder "Wie sehen wir als Eltern unser Kind" spielt in den meisten Familien eine große Rolle. Die Idee des "Indigokindes" kann auch schlicht eine Beschreibung sein, wie man eine Krankheit / Störung / Gabe(?) sehen und betrachten kann. Am Ende wird die Frage jedoch lauten: Was kann ich davon mitnehmen und wie weit will ich in die spirituelle Sichtweise eintauchen?
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