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 ADHS - Aufmerksamkeits-Defizit-Hyper / Hypoaktivitäts-Syndrom
 Gesundheit > Gesundheit: A > Gesundheit: ADHS - Aufmerksamkeits-Defizit-Hyper / Hypoaktivitäts-Syndrom
 

ADHS (Aufmerksamkeits - Defizit - Hyper- (Hypo-) aktivitäts - Syndrom)

ADHS - Komorbide Störungen / Erkrankungen

Kinder mit ADHS entwickeln infolge der häufigen Misserfolge im sozialen und schulischen Bereich und durch die Konflikte mit Gleichaltrigen wie auch zu Hause oft weitere, so genannte sekundäre Störungen. So besitzen sie eine erhöhte Anfälligkeit für bestimmte zusätzliche psychische Erkrankungen, die grundsätzlich jedoch auch als eigenständiges Krankheitsbild auftreten können. Auch die Entwicklung von Teilfunktionsstörungen wie einer Lese-Rechtschreibschwäche oder Rechenschwäche tritt häufig auf.

  • Aggressive Störungen treten bei Kindern mit ADHS häufig auf, weil diese ihr Verhalten nur schwer oder gar nicht steuern können. Ihre Gefühle fahren regelrecht Achterbahn. Die Kinder sind jedoch nicht mit Absicht aggressiv. Es ist ihnen in dem Moment der Wut nicht möglich, auf die „innere Bremse“ zu treten.
  • Bei entsprechender Ausprägung dieser Symptomatik spricht man von einer Störung des Sozialverhaltens, die gehäuft mit ADHS vorkommt.
  • Depressionen gehören zu den häufigsten sekundären Störungen bei ADHS. Sie beruhen auf dem sich ständig verschlechternden Selbstwertgefühl, das mit dem wiederholten Scheitern trotz aller Mühe einhergeht.
  • Von einer Angststörung spricht man, wenn das Ausmaß und die Dauer der Ängste nicht mehr im Verhältnis zur angeschuldigten Ursache stehen.
  • Häufig sind auch Tic-Störungen. Etwa 50% der Kinder mit einfachen Tic-Störungen leiden gleichzeitig an einer ADHS. Unter einem Tic versteht man das unwillkürliche Zucken von Muskeln, meistens im Gesicht. Der häufigste Tic ist der Blinzel-Tic (Tics sind nicht zu verwechseln mit Ticks, worunter man gemeinhin Verhaltensweisen oder vorlieben versteht)
  • Sprachstörungen bei ADHS

Grundsätzlich müssen psychische Störungen, die zusätzlich zu ADHS vorliegen, gesondert kinder- und jugendpsychiatrisch und –psychotherapeutisch diagnostiziert und behandelt werden.

Quelle: Leitfaden ADHS des Hamburger Arbeitskreises ADHS

 

ADHS-Patienten weisen häufiger komorbide Störungen auf

Biederman et. al (2004) untersuchten, ob das Geschlecht bei ADHS-Patienten die Häufigkeit komorbider psychiatrischer Störungen mitbestimmt. Die Probanden (N=219) wiesen alle die Diagnose ADHS auf und hatten in den letzten Jahren mindestens einen psychiatrischen Aufenthalt. Erfasst wurden die weiteren diagnostizierten Störungen während eines Psychiatrieaufenthaltes. Bei der Auswertung der Daten zeigte sich kein Geschlechtseffekt. Die 219 ADHS-Patienten zeigten jedoch im Unterschied zu einer Vergleichsgruppe (Psychiatriepatienten ohne ADHS, N=215) zusätzlich zu ihrer Erstdiagnose häufiger Depressionen, Angststörungen, Substanzmissbrauch und die Diagnose der anti-sozialen Persönlichkeitsstörung. Die Untersuchung ist erschienen in der Zeitschrift Biology Psychiatrie, Nr. 55, Seite 692-700.

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