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 ADHS - Aufmerksamkeits-Defizit-Hyper / Hypoaktivitäts-Syndrom
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ADHS (Aufmerksamkeits - Defizit - Hyper- (Hypo-) aktivitäts - Syndrom)

MPH-Langzeitstudie

16. Weltkongress der Internationalen Vereinigung der Kinder- und Jugendpsychiater (IACAPAP); Berlin, 22.–26. August 2004

Der Wirkstoff Methylphenidat ist die hervorragende Therapieoption bei der medikamentösen Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts¬störung (ADHS). Dies bestätigen aktuelle, auf dem Weltkongress IACAPAP in Berlin vorgestellte Studien. Demnach ist auch die Langzeittherapie mit Methylphenidat klinisch vorteilhaft und es bestehen deutliche Hinweise auf eine überlegene Wirksamkeit gegenüber anderen Substanzen.

Die medikamentöse Therapie ist der Eckstein der multimodalen Therapie bei Kindern mit ADHS. Dies sei das herausragende Ergebnis einer erneuten Betrachtung der MTA-Studie, erklärte Professor Jan K. Buitelaar vom University Medical Center St Radboud, Nijemegen (Niederlande) in Berlin. Die bereits 1999 in den USA veröffentlichte MTA-Studie (Multimodale Therapie bei ADHS) überprüfte die langfristige Wirksamkeit der verfügbaren Therapieoptionen.1 Beurteilt wurden die Therapieerfolge von vier verschieden Therapieansätzen: individuell angepasste Medikation, Verhaltenstherapie, Kombination aus Verhaltenstherapie und Medikation sowie die Grundversorgung innerhalb der ortsüblichen Strukturen (community care). Dabei waren die Kombinations¬therapie und die individuell angepasste Medikation allen anderen Therapieansätzen sowohl klinisch als auch statistisch weit überlegen. Bewährt habe sich dabei der seit über 50 Jahren eingesetzte Wirkstoff Methylphenidat (MPH), der heute unbestritten als Goldstandard gilt.2

Die in den USA gewonnen Ergebnisse der MTA-Studie seien der erneuten Auswertung zufolge auch auf Europa übertragbar, erklärte Buitelaar. Hierbei wurden die vorliegenden Daten der Studie hinsichtlich europäischer Standards neu ausgewertet. Eine Übertragbarkeit erschien bisher problematisch, da man zwei unterschiedliche Skalen zur Beurteilung von ADHS heranzieht. In den USA wird vorrangig nach den DSM-IV-Kriterien diagnostiziert, der zufolge zwei der drei ADHS-Kernsymptome Unaufmerk¬samkeit, Impulsivität und Hyperaktivität vorliegen müssen. Demgegenüber verlangen die in Europa verbreiteten ICD-10-Kriterien das Vorhandensein aller drei Kernsymptome. In der MTA-Studie litten 25 % der Kinder unter einer hyperkinetischen Störung nach ICD-10. Die neue Analyse zeige, das diese Kinder noch besser auf die medikamentöse Therapie angesprochen hätten, als Kinder ohne hyperaktive Komponente. Somit hätten die für die USA gewonnen Ergebnisse auch für Europa Relevanz, bestätigte Buitelaar.

ADHS sei eine chronische Störung, so Buitelaar, die keine zeitlich beschränkte Entwicklungsstörung darstelle. Daher sei für die Betroffenen eine Langzeitmedikation wichtig und empfehlenswert. Der maximale therapeutische Effekt und die Symptomkontrolle stellen dabei die Richtschnur für eine gewissenhafte Dosierungs¬findung dar. Hierbei bietet insbesondere eine Ganztagestherapie mit länger wirksamen Präparaten große Vorteile. Zum einen wirkt sie einer Stigmatisierung der Kinder entgegen, da nur eine Tablette am Tag eingenommen werden muss. Zum anderen deckt sie den ganzen aktiven Tag der Kindes ab. MPH-OROS® ist derzeit das einzige Präparat, das einen stetig ansteigenden Plasmaspiegel erreicht. Die spezielle Freisetzungstechnologie (OROS®) erzeugt eine stabile Wirkung, so dass es zu einer konstanten Symptomkontrolle über circa zwölf Stunden kommt.


Langzeitbehandlung klinisch vorteilhaft

Befürchtungen, dass sich die Langzeitbehandlung mit Methylphenidat negativ auf die physiologische Entwicklung der Kinder auswirke, widerlegte Professor Timothy Wilens vom Massachusetts General Hospital, Boston (USA), der eine offene multizentrische Studie mit 178 Kinder über einen Zeitraum von zwei Jahren vorstellte. Die Kindern im Alter von sechs bis 13 Jahren wurden im Rahmen der Studie mit drei Dosierungen (MPH-OROS® 16 mg, 36 mg, 54 mg) behandelt.

In der zweijährigen Studie wurden neben Blut- und Leberwerten auch Körperfunktionen sowie die Auswirkungen auf Gewicht und Größe untersucht. Im Vergleich zu unbehandelten Kindern der gleichen Altersgruppe differierte das Größenwachstum in 21 Monaten um nur 0,23 cm. Die Differenz bei der Gewichtszunahme lag bei 1,2 kg. Labortests von Blut- und Leberwerten zeigten keine klinisch relevanten Veränderungen. Gleiches ergab die Überprüfung der Körperfunktionen. Für die Gesamtbewertung des Therapieerfolges wurden die Beurteilungen von Eltern und behandelnden Ärzten herangezogen. Dabei stuften 86 % der Eltern und 92 % der Ärzte die Behandlung als gut oder hervorragend ein. Mit der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Concerta® waren 86 % der Eltern zufrieden, sehr zufrieden bzw. außerordentlich zufrieden. „Zusammenfassend zeigt diese zweijährige Studie, dass Methylphenidat mit der OROS®-Technologie von nachhaltig klinischem Vorteil ist, von den Betroffenen sehr gut angenommen wird und minimale Auswirkungen auf das Wachstum hat“, resümierte Wilens die Langzeitstudie.


Methylphenidat auch in Zukunft Goldstandard

Professor Kenneth W. Steinhoff von der Universität von Californien, Irvine / Orange (USA) stellte auf dem internationalen Kinder- und Jugendpsychiatriekongress eine aktuelle Vergleichsstudie mit MPH-OROS® und dem in den USA zugelassenen Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Atomoxetine vor. An der Studie nahmen über einen Zeitraum von drei Wochen 1300 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren teil, davon wurden 850 Kinder mit MPH-OROS® und 473 mit Atomoxetine behandelt. Patienten, Betreuer und Ärzte urteilten dabei, dass MPH-OROS® eine bessere Kontrolle der ADHS-typischen Symptome erreiche. „Diese erste große prospektive Studie deutet darauf hin, dass MPH-OROS® in der Symptomkontrolle Atomoxetine bei vergleichbarem Verträglichkeitsprofil überlegen ist“, so Steinhoff. Am Status von Methylphenidat als Goldstandard werde sich demnach in absehbarer Zeit nichts ändern, fasste Steinhoff das Ergebnis der Vergleichsstudie zusammen.


Quelle: Satellitensymposium „ADHD management, still a major concern in Paediatric Psychiatry“ im Rahmen des 16. Weltkongress der Internationalen Vereinigung der Kinder- und Jugendpsychiater (IACAPAP); Berlin, 22.–26. August 2004; unterstützt durch die Firma Janssen-Cilag

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