Eines der gängigsten Modelle ist der berühmte „Aufräum-Tag“. Es handelt sich dabei um einen tag in der Woche, der Sonntag eignet sich dafür am besten, an dem nur aufräumen angesagt ist. Planen Sie am besten den ganzen Tag dafür ein, alles andere ist i.d.R. unrealistisch. Dieses Konzept klingt ganz einfach, doch wer ein ADHS-Kind hat, der weiß das es sich dabei vielmehr um einen Kampf handelt als um ein einfaches Konzept. Deshalb einige Anmerkungen dazu.
Lassen Sie das Kind beim Aufräumen (auch im Jugendalter) nicht alleine aufräumen. Steht ein Kind vor seinem Zimmer, so wird es von seinem Chaos erschlagen und resigniert schon vor dem ersten Handschlag. Räumt man mit ihnen gemeinsam auf, ist es für das Kind leichter, des es sieht sich dem Haufen nicht völlig allein ausgesetzt. Zum anderen haben Sie die Möglichkeit das Zimmer zu inspizieren. Auch verschaffen Sie sich dadurch einen Überblick über den „Bestand“ im Kinderzimmer. In aller Regel finden Eltern auch Sachen wieder, die sie schon vor langem abgeschrieben haben.
Um sich einen Überblick zu verschaffen, ist es sinnvoll alles am Boden liegende und alle anderen Sachen die aufgeräumt werden müssen – inkl. Kleidungsstücke & Co. – in ein großes offenes Behältnis (z.B. Wäschekorb) zu befördern und dann Teil für Teil zu beseitigen. Auf diese Weise lernt das Kind sein eigenes Zimmer kennen, jede Woche neu. Regale zu nutzen muss ebenso wie das Laufen oder Radfahren gelernt werden.
Sie werden auch Sachen finden, die Sie nicht so toll finden. Dazu gehören u.a. vergammeltes Obst, Pausenbrote, volle Gläser und verschüttete Flüssigkeiten (max. eine Woche alt bei Anwendung dieser Taktik). Längst verschollene Fernbedienungen, und anderes technisches Gerät und geflutete (sprich eingepiselte oder verkotete) Kleidung gehören auch dazu.
Haben Sie einen Sohn der geschlechtsreif ist, könnten Sie auch Taschentücher oder Unterhosen mit einer weißen vertrockneten Flüssigkeit finden. Im Jugendalter ist das allerdings normal wenn der „Knilch“ Änderungen an seinem Körper vorfindet und sich – wie es für Kinder üblich ist – sich ausprobiert.
Diese Maßnahme greift immer.