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Wenn gebrauchte Windeln wieder Wert erlangen
Wie macht man gebrauchte Windeln wieder zu Geld oder neuen Produkten? Und ist das überhaupt möglich? Ja, das ist es. Gehen wir in der Zeitskala etwas zurück.
Unsere Wirtschaft und damit unser erarbeiteter Wohlstand hat einen Nachteil: Er produziert Müll. Es ist politisch gewollt, das so wenig Müll wie möglich entsteht. Deshalb gibt es ein Gesetz, welches vorschreibt, das Abfallstoffe recycelt werden müssen. Das führte in den letzten Jahrzehnten dazu, das deutlich zu wenig Müll in Deutschland vorhanden ist. Deshalb müssen deutsche Entsorgungsunternehmen inzwischen Müll nach Deutschland importieren (Hinweis: Das ist kein Scherz!!).
Künftig wird der Müll noch weniger. Denn seit einiger Zeit wird aus gebrauchten Windeln und Inkontinenzartikeln bares Geld gemacht. Europas bislang einzige Windel-Recycling-Anlage (Stand Aug. 2007) steht in den Niederlanden. Die Firma heißt „Knowaste“ (http://www.knowaste.de).
Die Windel wird im Recycling-Prozess in seine Bestandteile zerlegt. Anschließend werden die gewonnen Rohstoffe an Firmen verkauft. Bei den gewonnen Rohstoffen handelt es sich unter anderem um Kunststoffe, Zellstoffe und "saugfähiges Polymere" (kurz SAP). Dabei sind vor allem die Zellstoffe sehr Wertvoll, weil diese langfaserig sind und zurück in die Windelproduktion gehen können. Das SAP wird im Zementbau eingesetzt.
Die Windeln finden über das bestehende Recycling-System in die Firma. So gibt es für die Windeln einen eigenen blauen beutel, welcher direkt nach der Abholung ins Werk fährt und dort umgehend bearbeitet wird.
Größtes Problem von der Recyclingfirma Knowaste besteht darin, das es nicht genügend Windeln gibt, die aufbereitet werden müssen.
Deutsche Windeln werden jedoch nicht in die Niederlande zur Verwertung Exportiert. Grund dafür ist der Mangel an Müll in Deutschland. Windeln haben hier immerhin einen Müllanteil von 4%. Sie sind für unsere Müllverbrennungs- / Heizkraftwerke ein wichtiger Rohstoff, der viel Wert hat.
Auch in Deutschland hat die Wirtschaft einen sehr viel höheren Rangwert als Umweltschutz und Ressourcenschonung.
Eltern-Zentrum / August 2007
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