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 Enuresis bei Kindern / Inkontinenz bei Erwachsenen
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Enuresis / Inkontinenz

Enuresis: Therapie

Aufgrund des Leidensdrucks der Störung und der darauf möglichen folgenden Verhaltensproblemen sollte nicht abgewartet werden, bis sich die Störungen selbst spontan zurückbildet. Die Behandlung orientiert sich nach der Art der Enuresis.

Kommt das Einnässen Tags und Nachts vor, so wird die tagsüber bestehende Problematik vorrangig behandelt. Wegen der Vielzahl an Formen der Enuresis diurna gibt es unterschiedliche Behandlungsstrategien.

Der erste Schritt besteht in der Beratung des Patienten, bzw. der Familie und des Kindes. Vorrangig zählt dabei die Beruhigung und Entlastung, indem Wissen über das Leiden vermittelt wird. Es können dabei auch mögliche psychosoziale Belastungsfaktoren vorsichtig angesprochen werden.


Folgende Ratschläge sind die Mittel der ersten Wahl:

  • unsinnige "Behandlungsversuche" sollten unterlassen werden, wie: Strafen oder Drohungen, dem Kind gut zureden, Flüssigkeitseinschränkung am Abend, das Kind in der Nacht wecken und auf die Toilette setzen
  • Frühstück mit ausreichend Flüssigkeit, Besprechung der abendlichen Gewohnheiten des Kindes
  • Empfehlung einen "Sonne-und-Wolken-Kalender" zu führen, bei dem z.B. die trockenen Nächte mit einer Sonne markiert werden. Fortschritte können darin gut erkannt und mit Lob verstärkt werden
  • Praktische Ratschläge zur Entlastung der Familie: Bettschutz, waschbare Bettdecke usw.
  • Bei etwa jedem sechsten Kind sind bereits diese einfachen Maßnahmen ausreichend.

Des weiteren kann auf apparative Verhaltenstherapie und Pharmakotherapie zurückgegriffen werden.


Apparative Verhaltenstherapie:

Die apparative Verhaltenstherapie beinhaltet ein Klingelgerät zur ersten Wahl. Dazu bestehen zwei Möglichkeiten für Kinder ab dem 7. Lebensjahr. Zum einen die Klingelmatratze und zum anderen die Klingelhose. Beide geben beim Einnässen (durch die Feuchtigkeit) ein akustisches Signal wodurch das Kind geweckt, bzw. aufmerksam gemacht wird.

Die Klingelmatratze (für das Bett) bewirkt, das das Kind entweder lernt durchzuschlafen oder nachts rechtzeitig bei gefüllter Blase aufwacht und selbstständig zur Toilette zu gehen. Ein Erfolg dieser Therapie tritt gewöhnlich spätestens nach sieben Wochen auf.

Wichtig dabei ist, das dies mit Familie und Kind, bzw. betroffenen, ausführlich besprochen wird und der Patient ausreichende Motivation für die Behandlung entwickelt. Die Erfolgsquote liegt bei dieser Form bei 70%


Medikamentöse Behandlung:

Wenn diese Methoden nicht den gewünschten Erfolg bringen oder aufgrund häuslicher Umstände nicht durchführbar sind, so kommt eine medikamentöse Behandlung der Enuresis in Frage. Diese kann auch zum kurzfristigen Trockenwerden, z.B. bei Klassenfahrten Anwendung finden. Der meist eingesetzte Wirkstoff (Desmopressin) ähnelt dem körpereigenen antidiuretischen Hormon; er wirkt auf den Wasserhaushalt des Körpers ein und reduziert die Blasenfüllung. Das Medikament wird am Abend meist als Nasenspray verabreicht, ist aber auch in Tablettenform erhältlich. Es hat wenig Nebenwirkungen und wird bei korrekter Anwendung gut von den Kindern vertragen. Mit 70% zeigt die medikamentöse Therapie anfangs hohe Erfolgsquoten.

Nach etwa 12 Wochen sollte ein Absetzversuch durchgeführt werden. Da es hier sehr häufig zu Rückfällen kommt, ist es ratsam, die Pharmakotherapie mit einer weiteren Methode zu kombinieren. Früher wurde die Enuresis auch mit antidepressiv wirksamen Medikamenten behandelt, da diese u.a. auf den Blasentonus Einfluss nehmen und die Schlaftiefe vermindern. Aufgrund von Nebenwirkungen und Risiken der Therapie werden sie im ambulanten Bereich zurückhaltend angewendet.


Stationäre Behandlung:

Eine stationäre Behandlung der Enuresis kann angezeigt sein, wenn die oben genannten Therapiemethoden im familiären Rahmen nicht durchgeführt können , starker Leidensdruck das Kind belastet oder eine ausgeprägte psychische Begleitproblematik besteht.

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