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 Plötzlicher Kindstod (Infant Death Syndrome = SIDS)
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Gesundheit: P


Der plötzliche Kindstod (Infant Death Syndrome = SIDS)

Einige Punkte hat die Wissenschaft jedoch dennoch zusammentragen können. Als mögliche Ursache gelten unter anderem:


Herzmuskelentzündungen

Forscher der Universität Bonn fanden in mehr als 20 Prozent der untersuchten Fälle Viren-Erbgut in Herzgewebeproben, die für die Untersuchungen herangezogen wurden. Das Viren-Erbgut lässt auf eine Infektion im Frühstadium schließen. Die „virale Herzmuskelentzündung“ hinterlässt erst zwei bis drei Tage nach einer Infektion sichtbare Spuren im Gewebe, was bisher dazu führte, dass diese Erkrankung bei Untersuchungen des Herzmuskelgewebes unter dem Mikroskop bisher keine pathologischen Befunde aufwies. Doch nun sind neue, sensiblere Methoden zur Untersuchung verfügbar, weshalb Herzmuskelstörungen nun auch im Frühstadium erkannt werden können. Die Forschung auf diesem Gebiet, auch bezüglich eines möglichen Impfstoffes gegen virale Herzmuskelentzündungen, geht weiter.


Genetische Defekte

Das Risiko eines plötzlichen Kindstods ist dann um das 14fache erhöht, wenn das Kind mit einer Abweichung in drei bestimmten Genen geboren wird. Zu diesem Schluss kamen Forscher an der Universität Manchester.

Diese spezifischen drei Gene sind für die Immunabwehr von Entzündungen zuständig, sowie für das Wachstum der Lungen. Laut den Forschungsergebnissen der Wissenschaftler könnten diese defekten Gene dazu führen, dass Babys, die diese aufweisen, Infektionen nicht gewachsen seien, zurückzuführen auch auf das schwächere Immunsystem. So soll ein frei erhältliches Immunserum dabei helfen, das Risiko bei den betroffenen Säuglingen zu verringern.


Rauchen

Studien zufolge sterben deutlich mehr Kinder von Rauchern den plötzlichen Kindstod. Das Risiko eines plötzlichen Kindstods in den ersten neun Monaten erhöht sich laut Dr. Martina Pötschke-Langer (vom Deutschen Krebsforschungszentrum) um das 8- bis 16fache, wenn die Mutter des Kindes in der Schwangerschaft stark geraucht hat.

Wissenschaftler des Pasteur-Instituts in Paris und des Stockholmer Karolinska-Instituts glauben nun auch die Ursache hierfür gefunden zu haben. In Experimenten mit Mäusen wurde festgestellt, daß Nikotin die Empfindlichkeit eines bestimmten Eiweisskomplexes im Gehirn negativ beeinflusst. Dieser Eiweisskomplex sorgt bei schlechter Sauerstoffversorgung während des Schlafs dafür, daß ein Aufwachreflex ausgelöst wird. Bei Kindern von Rauchern wird vermutet, daß Nikotin dafür gesorgt hat, daß die Andockstellen im Gehirn durch das Nervengift beschädigt wurden. Daher geht man davon aus, daß der bereits vorher genannte Aufwachreflex bei Raucherkindern nicht mehr funktioniert.


Entwarnung bei Impfungen

US-Forscher fanden nun in einer großangelegten Studie heraus, daß KEIN Zusammenhang zwischen Impfungen bei Kindern im ersten Lebensjahr (wie z.B. gegen lebensbedrohliche Pneumokokken-Infektionen, Polio, Diptherie-Tetanus, bakterielle Meningitis und Hepatitis B) und dem plötzlichen Kindstod besteht. Mit den Impfungen wird im zweiten Lebensmonat des Kindes begonnen, gerade, wenn die Gefahr eines plötzlichen Kindstods besonders hoch ist. Bisher wurde vermutet, daß ein Zusammenhang mit Impfschäden bestehen könnte, was nun jedoch wissenschaftlich widerlegt wurde.

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