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Versandapotheke
Medikamente über Post und Internet bestellen: Darauf sollten Sie achten
Der Fernhandel im Arzneimittelbereich boomt. Zur Zeit gibt es ca. 1.000 deutsche Versandapotheken, von denen zwei Drittel mit stark steigenden Verkaufszahlen rechnen.
Der Hauptgrund für das Wachstum besteht darin, das die Kunden nicht mehr nur auf gute fachliche Beratung setzen, sondern auch immer mehr auf die Preise achten.
Rezeptfreie Schnäppchen wollen gefunden werden
Wer ein freiverkäufliches Medikament kaufen will, muss also Preise vergleichen. Denn je nach Anbieter können die Preise bis zu 50% günstiger sein, als die Konkurrenz. Dabei muss allerdings noch berücksichtigt werden, das Versandkosten entstehen, welche der Kunde trägt.
Benötigen Sie jedoch nur geringe Mengen oder das jeweilige Präparat sofort, so scheidet die Fernbestellung schnell aus. Die Versandapotheke lohnt sich also erst bei großen Mengen, oder Sammelbestellungen, welche nicht in den nächsten 2-3 Tagen bei ihnen sein muss. Die meisten Versandapotheken übernehmen die Versandkosten bei einer best. Mindestbestellwert.
Zuzahlung bei rezeptpflichtigen Medikamenten halbiert
In der gewöhnlichen Apotheke müssen Sie die übliche Zuzahlung in Höhe von 5,-€ bis 10,-€ entrichten. Bei den Versandapotheken bekommen Sie häufig einen Teil der Zuzahlung erstattet! Das können bis zu 50% der Zuzahlung sein. Seltener übernehmen Versandapotheken auch die Einreichungskosten, also das Porto und bei entsprechender Bestellmenge die Versandkosten.
Für Versandapotheken sind vor allem auch chronisch Kranke eine wichtige Zielgruppe. Das sind Kunden die ihre Medikamentenlage gut einschätzen können (und leider müssen) und oft auf Vorrat einkaufen gehen. So ist für diese Zielgruppe bereits jetzt ein Kampf bzgl. der Marktanteile ausgebrochen. So erhalten diese häufig Vergünstigungen, die der „normale“ Kunde nicht bekommt. Das kann soweit gehen, das der Patient von der Versandapotheke Geld zurückerstattet bekommt, welche direkt auf sein Konto überwiesen wird.
Rabatte für Mitglieder bestimmter Krankenkassen
Auch Krankenkassen haben inzwischen erkannt, das Versandapotheken eine günstige Alternative zur dominierenden Präsenz-Apotheke darstellen. Einige Krankenkassen gehen daher in Kooperation mit großen Versandapotheken ein. Der Vorteil besteht darin, das der Versicherte zu Sonderkonditionen einkaufen kann. Ob bei ihrer Krankenkasse über ein solches Kooperationsverhältnis verfügt, fragen Sie am besten ihren zuständigen SachbearbeiterIn ihrer Krankenkasse.
Nur bei seriösen Versandapotheken bestellen
Bei allen Einsparmöglichkeiten birgt der Kauf bei Versandapotheken auch ein Risiko: Es gibt schwarze Schafe unter den Anbietern. Unseriöse Unternehmen verkaufen Placebos oder sie liefern verschreibungspflichtige Medikamente aus, ohne dass ein Rezept vorliegt.
Wenn Sie bei einer Versandapotheke Medikamente bestellen, sollten Sie daher auf folgende wichtige Qualitätsmerkmale achten:
- Die Apotheke verlangt die Einsendung eines Rezeptes, wenn Sie ein verschreibungspflichtiges Medikament kaufen.
- Das Unternehmen bietet zwar ärztliche Beratung an. Dieser Online-Arzt, auch Cyber-Doc genannt, erstellt jedoch keine Ferndiagnosen oder schreibt Rezepte aus.
- Die Versandapotheke verkauft wie gesetzlich vorgeschrieben nur in Deutschland erlaubte Medikamente. Indiz dafür, dass Sie ein nicht zugelassenes Medikament gekauft haben, ist zum Beispiel ein fremdsprachiger Beipackzettel.
- Die bestellte Ware wird innerhalb von zwei Tagen versendet oder Sie erhalten in dieser Zeit zumindest eine Benachrichtigung, dass sich die Lieferung verschiebt.
- Sie finden auf der Homepage der Apotheke ein Impressum, in dem die Postanschrift des Unternehmens sowie der Name des Geschäftsführers angegeben sind.
Weitere Qualitätsanforderungen an Versandapotheken finden Sie auf einem Info-Blatt des Bundesgesundheitsministeriums.
Selbst bei seriösen Versandapotheken können Sie sich übrigens nicht darauf verlassen, initiativ und fachmännisch beraten zu werden. Einnahmeempfehlungen, Hinweise auf Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder sonstige Risiken sollten Sie daher besonders bei verschreibungspflichtigen Arzneien bei Ihrem Arzt erfragen. Wird Ihnen ein neues Medikament verschrieben, können Sie auch zum ersten Kauf in eine Präsenz-Apotheke gehen.
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